KaninchenKaninchen können unter anderem an den gefährlichen Viruserkrankungen Myxomatose oder „Chinaseuche“ (RHD) erkranken. Wir sehen mitunter sogar seuchenhaftes Auftreten in Beständen, besonders bei der Myxomatose. Beide Infektionskrankheiten enden für betroffene Tiere leider oft tödlich.

Die Myxomatose wird in erster Linie durch stechende Insekten übertragen. Für RHD sind weitere Übertragungswege bedeutsam.

Wir empfehlen Ihnen daher Tiere ohne oder mit „abgelaufenen“ Impfschutz rechtzeitig vor Beginn der Mückensaison im Frühjahr zu impfen. Die Impfungen bieten einen relativ sicheren Schutz und können einzeln durchgeführt werden, sinnvoll ist aber die kombinierte Impfung.
Der Impfschutz für RHD dauert 1 Jahr an, bei der Myxomatose gibt es Präparate die etwa 1/2 Jahr den Impfschutz gewähren, also fast die ganze Mückensaison. Entsprechend ist eine Folgeimpfung im Herbst angeraten. Dieser Hersteller empfiehlt für die Myxomatoseimpfung eine zweimalige Grundimmunisierung (heißt: Erstimpfung nach 4 Wochen wiederholen).
Inzwischen gibt es aber auch einen Kombinationsimpfstoff, der 1 Jahr Schutz vor Myxomatoseinfektionen und RHD verspricht und dies schon nach einmaliger Verabreichung, dafür allerdings deutlich kostenintensiver ist. Die 1xjährliche Variante ist insbesondere dem Hobbytierhalter empfohlen und rechnet sich für diesen, nach dem Motto „einmal hin - alles drin“.

Neben diesen beiden Erkrankungen gibt es auch die Möglichkeit gegen den Kaninchenschnupfen (Verursacher sind verschiedene Bakterien, häufig Pasteurellen) zu impfen. Diese halbjährliche Impfung ist wegen eventueller Nebenwirkungen und der Tatsache, dass viele Bakterien Verursacher sein können, umstritten, jedoch in Zuchtbeständen durchaus empfehlenswert. Vor Entscheidung zur Immunisierung sollte aber jedem Züchter noch mal bewusst werden: Überbelegung zu vermeiden und strenge Stallhygiene zu halten senken die Infektionsgefahr am einfachsten!

Hauskaninchen können gerne zur Impfung in die Praxis kommen, für Bestandsimmunisierungen auf dem Hof vereinbaren Sie bitte einen Termin mit der Tierarztpraxis Müncheberg unter 0179 5220513.

Wussten Sie schon?
Myxomatose gab es „immer“ schon. Aber ein hochgradig krankmachendes Myxomatosevirus wurde auch bewusst in Europa eingeschleppt. Zunächst versuchten die Australier in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts durch absichtliche Infektion die heimische wilde Überpopulation los zu werden. Dann ließ sich ein französischer Bakteriologe einen hoch gefährlichen Virusstamm schicken, da er sich über die wilden Kaninchen auf seinem Landsitz nahe Paris ärgerte. Es kam zu einem Gerichtsverfahren.* Vermutlich von diesem Landsitz ausgehend, flackern nun immer wieder größere Seuchenzüge durch Europa.

*Der Spiegel 29/1954 „Viren kamen mit der Post“